Bei 15'000 kWh jährlicher Wärmeerzeugung und einer angenommenen Jahresarbeitszahl von 3,0 benötigt eine Wärmepumpe rechnerisch nur 5'000 kWh Strom. Bei 27,7 Rp./kWh entspricht das ungefähr CHF 1'385 für den betrachteten Stromverbrauch.
Welche Wärmepumpen-Arten besonders effizient sind und was Sie ansonsten über den Stromverbrauch noch wissen sollten, erfahren Sie in diesem Wissensartikel.
Wozu braucht eine Wärmepumpe Strom?
Eine Wärmepumpe nimmt Wärme aus Aussenluft, Erdreich oder Wasser auf und hebt deren Temperatur über einen Kältemittelkreislauf. Dafür benötigen insbesondere Verdichter, Ventilator oder Quellenpumpe und Regelung elektrische Energie. Hinzu kommen je nach Installation heizungsseitige Pumpen und ein elektrischer Heizeinsatz.
Wie viel der abgegebenen Wärme aus Strom stammt, hängt von der Arbeitszahl ab. In einer vereinfachten Energiebilanz mit Arbeitszahl 3,0 stammen zwei Drittel der Wärme aus der Umwelt und ein Drittel aus Strom. Bei Arbeitszahl 4,0 sind es drei Viertel Umweltwärme und ein Viertel Strom.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Wärmepumpen können Sie mit Hilfe von zwei Werten – COP (Coefficient of Performance) und/oder SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) – hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Effizienz miteinander vergleichen. Sie sollten aber wissen, dass die Werte unter strikten Laborbedingungen ermittelt wurden, die zwar für eine gute Vergleichbarkeit sorgen, mit einem alltäglichen Heizumfeld aber wenig zu tun haben.
Aussagekräftiger ist da schon die sogenannte JAZ (Jahresarbeitszahl). Der Wert sagt aus, wie effizient Ihre Wärmepumpe arbeitet – also wie viel Wärmeenergie pro Einheit eingesetzten Strom erzeugt werden kann (Wärme geteilt durch Strommenge).
Daraus berechneter Stromverbrauch:
Stromkosten bei 27,7 Rp./kWh
Doch damit nicht genug: Wenn Sie die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren, können Sie einen weiteren Teil des Strombedarfs mit kostenlosem Sonnenstrom abdecken. An sonnigen Tagen geht das so weit, dass Sie praktisch ohne Netzstrom – also unabhängig von Energieversorgern und künftigen Energiepreissteigerungen – leben und heizen können. So wie Familie Wülfert aus Dornach SO.
So berechnen Sie Verbrauch und Stromkosten Ihrer Wärmepumpe
Stromverbrauch = Wärmemenge ÷ passende Jahresarbeitszahl.
Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis.
Schritt 1 – Wärmemenge abschätzen
Nutzen Sie Wärmemessungen, Planungsunterlagen oder eine Gebäudeanalyse. Aus dem Brennstoffverbrauch lässt sich der bisherige Wärmebeitrag grob ableiten, wenn die Verluste berücksichtigt werden.
Beispiel: 2'400 Liter Heizöl × rund 10 kWh/Liter × angenommener Jahresnutzungsgrad 85% = rund 20'400 kWh Wärme. Der Verlustansatz ist eine Annahme und muss nicht für Ihren Kessel passen. Bei Öl gehören auch die Tankbestandsänderungen zur Verbrauchsermittlung. Bei Gas verwenden Sie möglichst die kWh auf der Rechnung statt einer pauschalen Umrechnung aus Kubikmetern.
Ein GEAK Plus kann einen berechneten Bedarf liefern. Er muss vor der Verwendung auf Bezugsfläche, Bedarfskategorie und Wärmeverluste geprüft werden.
Schritt 2 – Passende Effizienz ansetzen
Die geplante Arbeitszahl muss zur Wärmequelle, Heiztemperatur und Messgrenze passen. Bei angenommenen 20'400 kWh und JAZ 2,8 ergeben sich rund 7'286 kWh Strom für die betrachtete Wärmeerzeugung. Nicht darin enthaltene elektrische Verbraucher sind zusätzlich zu rechnen.
Schritt 3 – Örtlichen Tarif verwenden
Der Rechenpreis von 27,7 Rp./kWh entspricht dem ElCom-Median 2026 für das Haushaltsprofil H4 mit 4'500 kWh Jahresverbrauch. Für Ihr Haus zählen die örtlichen Arbeits-, Grund- und Messpreise.
Die ElCom-Tarifübersicht hilft beim örtlichen Vergleich. Mit dem Rechenpreis ergeben 7'286 kWh rund CHF 2'018 pro Jahr, zusätzlich zu nicht berücksichtigten Verbrauchern und Kosten.
Stromverbrauch nach Wärmepumpentyp
Im Allgemeinen ist der Stromverbrauch bei Luft/Wasser-Wärmepumpen etwas höher als bei Sole/Wasser-Wärmepumpen. Den Unterschied merkt man in erster Linie im Winter, wenn die Wärmepumpe die Wärmeenergie aus der Umgebungsluft entzieht, welche dann bisweilen deutlich kälter als das Erdreich ist. So wird mehr Strom benötigt, um die benötigte Wärmeenergie bereitzustellen.
Die Stromkosten fallen also deutlich geringer aus, wenn Sie auf eine Sole/Wasser-Wärmepumpe setzen. Gleichzeitig fallen die Anschaffungskosten bei Sole/Wasser-Wärmepumpe deutlich höher aus.
Stromverbrauch von Sole/Wasser-Wärmepumpen (JAZ: 3,5 - 4,5)
Sole/Wasser-Wärmepumpen gewinnen Wärmeenergie aus dem Erdreich. Da die dortigen Temperaturen viel weniger schwanken als etwa in der Luft, ist der Strombedarf über das Jahr verteilt sowohl ausgeglichener als auch kostengünstiger. Gleichzeitig ist zu beachten, dass die Kosten für Anschaffung und Installation höher ausfallen.
Stromverbrauch von Luft-Wärmepumpen (JAZ: 2,5 - 3)
Wie bereits erwähnt, gewinnen Luft-Wärmepumpen (Luft/Wasser- & Luft/Luft-Wärmepumpen) thermische Energie aus der Luft, deren Temperaturen im Vergleich zum Erdreich und dem Grundwasser am meisten schwanken. Das hat einen höheren Stromverbrauch zur Folge.
Tipps zur Senkung des Stromverbrauchs
- Heizkurve und Heizgrenze passend einstellen lassen. Bei einer bisher ungünstigen Einstellung kann die Verbesserung erheblich sein; eine feste Einsparung für jedes Haus gibt es nicht.
- Vorlauftemperatur nur so hoch wie nötig halten. Alle Räume müssen weiterhin ausreichend warm werden.
- Hydraulik und Volumenströme prüfen. Unnötige Überströmung und ungünstige Speicheranbindung können Effizienz kosten.
- Heizstabeinsatz kontrollieren. Wiederkehrende Unterstützung ohne erkennbaren Grund sollte diagnostiziert werden.
- Warmwasserverluste fachgerecht verringern. Hygieneanforderungen und notwendige Zirkulation bleiben zu beachten.
- Luftwege und Verdampfer nach Herstellervorgaben frei und sauber halten.
- Verbrauch und Wärmeerzeugung über vergleichbare Zeiträume dokumentieren.
Mit Photovoltaik die Stromkosten reduzieren
Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des benötigten Stroms vom eigenen Dach liefern. Der Eigenverbrauch hängt davon ab, wie gut Erzeugung und Last zeitlich zusammenpassen. Eine angepasste Steuerung oder Speicherung kann helfen; Mehrverluste und höhere Temperaturen sind dabei mitzuberechnen.
Einen Einblick in die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik gibt die Referenz der Familie Wülfert aus Dornach. Für Ihr Gebäude bietet der Wärmepumpen-Check eine erste Orientierung.
















































