Wärmepumpen sind eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Heizsystemen, doch auch diese Systeme benötigen Strom und tragen dadurch zum CO2-Ausstoss bei. Doch wie hoch ist der CO2-Ausstoss einer Wärmepumpe wirklich?
In diesem Blogartikel erklären wir, wie viel CO2 eine Wärmepumpe im Betrieb tatsächlich verursacht, welche Rolle der Strommix spielt und wie Sie den CO2-Ausstoss Ihrer Wärmepumpe mit Photovoltaik weiter senken können. Ausserdem zeigen wir auf, welche Einsparpotenziale Wärmepumpen bieten und wie sie im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen abschneiden.
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CO2-Ausstoss einer Wärmepumpe im Vergleich zu Öl, Gas und Elektroheizung
Die KBOB-Ökobilanzdaten im Baubereich enthalten vergleichbare Datensätze für Wärme aus unterschiedlichen Heizsystemen.
Bei beispielhaft 15'000 kWh Wärme pro Jahr ergeben sich daraus rund 525 bis 870 kg CO2-eq für diese Wärmepumpenmodelle, gegenüber 5'145 kg bei Öl und 3'510 kg bei Gas. Gegenüber Öl sind das modellabhängig rund 83 bis 90 Prozent weniger. Ein Neubau kann tatsächlich einen deutlich kleineren Wärmebedarf haben; die einheitliche Wärmemenge dient hier nur dem Systemvergleich.
Welcher CO2-Wert gilt für Schweizer Strom?
Ein Bericht im Auftrag des BFE zu den Umweltkennwerten der Strombereitstellung 2026 nennt für den Schweizer Verbraucherstrommix 2022 bis 2024 rund 109 g CO2-eq pro kWh. Dieser modellierte Mix berücksichtigt Produktion und kommerziellen Stromhandel.
Zusammensetzung des Schweizer Strommixes
Der in der Schweiz verbrauchte Strom setzte sich 2022 aus verschiedenen Energiequellen zusammen:
- Wasserkraft: ca. 65%
- Kernenergie: ca. 19,6%
- Weitere erneuerbare Energien: ca. 13,7%, dazu zählen Solar, Wind, Biomasse sowie im Einspeisevergütungssystem geförderte Kleinwasserkraft
- Fossile Energieträger: 1,9%
- Produktion: Verbraucher-Mix ist nicht gleich Produktionsmix. Strom, der 2022 in der Schweiz erzeugt wurde, stammte zu knapp 52,8% aus Wasserkraft, 36,4% aus Kernkraft, 1,4% aus fossilen und 9,4% aus erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft).
Regionale Unterschiede und Strommix-Angebote der Energieversorger
Die meisten Haushalte in der Schweiz beziehen Strom aus einem Standardmix, der je nach Region unterschiedlich zusammengesetzt ist. In Kantonen mit hohem Anteil an Wasserkraft ist der CO2-Ausstoss deutlich geringer als in anderen Regionen, die mehr auf importierten Strom setzen.
Viele Schweizer Energieversorger, wie zum Beispiel das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), bieten spezielle Ökostrom-Tarife an. Diese Tarife setzen auf 100% erneuerbare Energien, hauptsächlich aus regionaler Wasserkraft und zunehmend auch aus Solar- und Windenergie.
So überschlagen Sie die Emissionen aus dem Strombezug
Strombedingte Emissionen = Stromverbrauch × Emissionsfaktor des gewählten Strommixes.
Eine tiefe Vorlauftemperatur und eine passende Heizkurve können den Strombedarf und damit diesen Teil der Emissionen senken.
Welche Rolle spielt das Kältemittel?
Kältemittel unterscheiden sich stark in ihrer Klimawirkung, wenn sie entweichen. Das Treibhauspotenzial GWP setzt die Wirkung eines Kilogramms des Stoffes ins Verhältnis zu CO2 über einen definierten Zeitraum.
Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) haben ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial des Kältemittels als Geräte mit den hier genannten fluorierten Kältemitteln. Mehr dazu im Beitrag zu Propan-Wärmepumpen mit R290.
Herstellung und Entsorgung gehören zur Bilanz
Auch eine Wärmepumpe braucht Materialien und Energie für Herstellung und Entsorgung. Bei einer Erdsondenanlage kommt die Bohrung hinzu. Die KBOB-Liste weist dafür beispielsweise folgende Modellwerte aus:
Wie schnell der Ersatz einer fossilen Heizung seine zusätzlichen Herstellungsemissionen ausgleicht, hängt unter anderem vom Wärmebedarf, der bisherigen Anlage, der neuen Wärmepumpe und der Nutzung einer vorhandenen Erdsonde ab.
CO2-Ausstoss reduzieren mit Ökostrom und Photovoltaik
Ökostrom und eigener Solarstrom können die zugerechneten Emissionen des Strombezugs senken. Herstellung, Kältemittel und weitere Lebenszyklusanteile bleiben bestehen. Die Wirkung hängt vom Stromprodukt, vom zeitlichen Eigenverbrauch und von der Anlage ab.
Nutzung von Solarenergie zur CO2-Reduktion
Mit einer Photovoltaikanlage kann die Wärmepumpe einen Teil ihres Strombedarfs durch eigenen Solarstrom decken. Wie stark dies die zugerechneten Emissionen senkt, hängt unter anderem vom zeitlichen Eigenverbrauch und von der Anlage ab.
Moderne Wärmepumpen lassen sich intelligent steuern und können bevorzugt dann laufen, wenn ausreichend Solarstrom zur Verfügung steht.
Effiziente Speicherlösungen – Kombi-, Effizienz- und Kompakt-Speicher
Heizungsmacher bietet Kombi-, Kompakt- und Effizienz-Speicher an. Diese speichern erwärmtes Heizungs- und Brauchwasser. Ob ein Speicher den Verbrauch und die CO2-Emissionen senkt, hängt von der Auslegung, vom Betrieb und von seinen Wärmeverlusten ab. Eine pauschale Senkung lässt sich daraus nicht ableiten.
So verbessern Sie die Klimabilanz Ihrer Heizung
- Erneuerbare Heizsysteme prüfen. Vergleichen Sie Wärmepumpe, gegebenenfalls Wärmenetz und weitere geeignete Lösungen für Ihr Gebäude.
- Wärmebedarf und Vorlauftemperatur senken. Eine bessere Hülle und passende Heizflächen entlasten die Wärmeerzeugung.
- Anlage richtig auslegen und einstellen. Vermeiden Sie unnötigen Heizstabeinsatz und prüfen Sie den tatsächlichen Jahresverbrauch.
- Kältemittel und Dichtheit berücksichtigen. Eine fachgerechte Installation, Wartung und Entsorgung begrenzen Verluste.
- Strombezug und Eigenverbrauch bewusst planen. Halten Sie Verbrauchermix, Lieferprodukt und eigenen Solarstrom in der Rechnung auseinander.
Welcher Schritt bei Ihnen wie viel bringt, hängt vom Ausgangszustand ab. Mit dem Wärmepumpen-Check erhalten Sie den Einstieg in die Beratung.
















































